Tag 1: “Wie bist du in die Subkultur gekommen?”

Tag 1, Beitrag 1 und direkt die "unendliche Geschichte".......challenge-icon

Wie bin ich in die Subkultur gekommen......Tja. Eigentlich war ich erst ich selbst und hab dann die Subkultur gefunden und verwundert festgestellt dass ich NICHT verrückt sondern nur  "Anders" bin und Teil eines großen Ganzen.

Das fing schon in meiner Teenie-Zeit an. Ich komme aus einem kleinen Dorf. Dort war ich immer die Aussenseiterin mit der sich keiner so recht abgeben wollte. Ich erinnere mich an die riesigen Wolken von Amber, Patchouli und anderem Räucherwerk und meine Mutter die wie ein Rohrspatz schimpfte weil die Wolken durch die ganze Wohnung zogen........Kürzlich habe ich aus dieser Zeit in meinem ehemaligen Jugendzimmer mein erstes silbernes Pentagramm und meine erste silberne Fledermaus am Lederriemen wiedergefunden.....und einen silbernen Modeschmuck-Ring mit länglichem schwarzen Stein. Und auch eine - zwar leere - aber immerhin -  Kasettenhülle mit dem Soundtrack von "The Crow". Das war 1994, ich war grad 15 geworden. Ins Kino geschmuggelt habe ich mich damals natürlich trotzdem.  Zusammen mit "Bram Stokers Dracula" wohl der romantischste Film den ich jemals gesehen hatte. "Och", dachte ich mir als ich die Kasette hörte "Soooooooooo tolle Musik aber alles sooooooo unbekannte Bands.......die haben sicher nur jeder ein One-Hit-Wonder und man kriegt eh nix anderes von denen....wie schade". Und ich habe die Kasette bis zur Vergasung gehört. Und "Burn" von the Cure" lief mit dem Rest der Kasette rauf und runter. Kurze Zeit später schickte mir ein damaliger Brieffreund eine Kasette mit "Paradise Lost" Titeln. Leider ohne Titelangabe. Und wieder dachte ich: "Sooooooooooo schöne Musik und so unbekannte Band....kriegt man doch eh nix von..". Ja, man merkt, dass ich tatsächlich vom Dorf komme und nicht mal die Bravo kaufen durfte  "Du kennst da doch eh keinen von" (Orginalton Mama). So trieb ich mich bei den Ärzten und deren Fans herum und so lange ich nur  nicht mein geliebtes Schwarz trug, war meiner Mutter alles recht und sogar die zu lang geratene Igelfrisur recht. Färben war auch ok, aber nur nicht schwarz "Da wirkst Du so blass...".  An Make-up oder die hübschen schwarzen Fingernägel wäre nie zu denken gewesen....."Man kriegt Löcher in der Haut wenn man sich so viel schminkt....kuck Dir die und die mal an..". Mein ganzer Stolz war ein knielanger schwarzer Wollmantel den meine Mutter mir in einem Winter kaufte. Leider passte der auch schnell nicht mehr. So fügte ich mich in mein Schicksal und versuchte das Leben zu führen das man von mir erwartete. Als ich 15 war habe ich in der John Sinclair "Horrorstory der Woche" sogar mal eine Geschichte veröffentlichen können.......vom Schreiben leben zu können war ein weit entfernter Traum, aber das war zumindest ein kleiner Erfolg. Auch wenn ich mich damit zum Gespött meiner Klassenkammeraden machte - meine Mutter hat das Heft bis heute noch und hält es stolz bei sich. Von den 150 DM die es damals gab, habe ich mir einen Verstärker für meine E-Gitarre gekauft. Die passende Gitarre gab es von einem Bekannten meines Vaters. Ich merkte, dass ich anders war, aber auch in der Punk-Szene war ich nicht richtig. So versuchte ich mich anzupassen und das Leben zu führen das man von mir erwartete. Ich machte eine Ausbildung, ganz brav, Hotelerie mit Bluse und Hosenanzug oder Rock und kleiner Schürze und schob dann sehr brav die Spätschicht an der Rezeption. Kleinstadt, also artig sein und keine Verrücktheiten. Den Rest der Langweiligkeiten erspare ich Euch mal..ich sag nur soweit: Umzug und Heirat, Wohnung, Ehemann, brav sein.
Musikalisch driftete ich überGrave Digger Richtung Nightwish, damals noch mit Tarja und landete schließlich im Metal und dann bei Saltatio Mortis. Wirklich Richtung Szene ging es aber erst kurz vor Ende meiner Ehe. Ich landete auf dem MPS. Sah die Menschen. Saltatio Mortis war damals noch weniger bekannt und drückte genau das aus was ich fühlte. Und ich merkte dass das, was ich hatte, nicht  dem entsprach was ich bin. Dort waren noch mehr Menschen wie ich, die auch so herumliefen wie es mir entsprach. In meiner Ehe war ein schwarzes Kleidungsstück schon eine Katastrophe. Von meiner Seite würde ich sagen, die Ehe zerbrach daran, auch wenn die Trennung letztendlich einen anderen Grund hatte.
Mit der Trennung verschwanden die farbigen Klamotten und alles nahm seinen Lauf. Das erste Gothic-Forum, das erste Tattoo und diese Musik.......diese wundervolle Musik......mein Räucherwerk....diese Kleidung....diese wunderschönen Dinge...Fledermäuse, Totenschädel und Patchouli..Nieten.....schwarze Fingernägel und bleiche Schminke....und endlich schwarzes Haar.....meine Mutter und meine Schwester waren schockiert, meine Bekannten schüttelten den Kopf und ich - ich lernte immer mehr "schwarze Menschen" kennen und fühlte mich zum ersten Mal "richtig". Und "wie ich". Und "angekommen". Und irgendwann lernte ich dann meinen Liebsten kennen, mit dem ich nun schon über zwei Jahre zusammen bin und der ebenfalls schwarz ist.

Wie ist es heute? Musikalisch bin ich hauptsächlich beim klassischen Gothic Rock/ Dark Rock /Post Punk / Wave,  Dark und Death sowie Gothic Metal. Ich mag die alten Sachen am Liebsten was Musik betrifft, und bei den neueren das, was dem Alten etnspricht wie z.B. die 69 eyes, Nosferatu und Co. Wohnung, Kleiderschrank, Äusseres und Inneres entsprechen mir zu Tausend Prozent. Ich habe Gelegenheit zu schreiben, in meinem Blogg und auf Dark-News.de seit einer Weile ebenfalls. Ich weiss, dass ich ein lebendes Klischee bin, aber so bin ich nun einmal. Das ist es was ich so lange verstecken musste...das war es was ich schon immer gerne  gelebt hätte - denn DAS meine Freunde, bin ICH. Und zwar aus dem tiefsten Grunde meines schwarzen Herzens.

 

Endlich zu Hause!

25.10.13 18:37

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Feli / Website (25.10.13 19:26)
Willkommen zu Hause!

Genau dieses Gefühl hatte ich damals auch, als mich eine Freundin das erste Mal mitgeschleppt hat... davor schon ein bisschen dunkel-angehauchte Musik, die mich fasziniert hat und dann diese Nacht in der Disko...
Gute Musik, schöne Menschen und von denen waren die meisten auch noch richtig nett
DAS war das, wonach ich all die Jahre zuvor gesucht hatte!

*knuff*


kleine Eule / Website (8.12.13 15:03)
Danke, Feli *reknuff*


Sandra (27.10.16 14:40)
:-)

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